Was ist mir „fremd“?

Es gibt viele Dinge, die uns fremd sein können. Das verspeisen von Insekten, welche im asiatischen Raum als Delikatesse gehandelt werden, ist mir zum Beispiel fremd. Auch Menschen können uns fremd sein. Wenn ich in einen Bus einsteige bin ich typischerweise von mir fremden Personen umgeben. Das lässt mich aber völlig kalt. Die tun mir eher nichts. Manche sind – Abends – angetrunken, aber harmlos. Manche lesen die BILD-Zeitung und sind mir allein deshalb fremder als andere, aber auch diese tun mir nichts.

Anders wird es bei der Religion. Da gibt es schon derbe Unterschiede. Fremde Religionen machen uns oftmals Angst, weil die „Anderen“ irgendwie den Glauben anders praktizieren. Aber auch über diesen Unterschied kann man sich stellen. So bin ich als – ehemaliger – Protestant mit einer – ehemaligen – Katholikin verheiratet. Auch der kulturelle Unterschied (meine Frau aus dem dunkelsten Bayern, ich ein Fischkopp), kann überwunden werden.

Das was mir eigentlich(!) am fremdesten sein sollte, sind (verzeiht mir..) Bürger der ehemaligen DDR. Und ich erkläre euch auch warum:  Bis 1989 waren diese der erklärte Feind unseres Gesellschaftssystems – und nicht nur das. In meiner Zeit bei der Bundeswehr war der Ostblock (zu der die DDR unbestritten gehörte) auch militärisch der Gegner. Ich lernte Silhouetten von Ostdeutschen Panzern und Flugzeugen auswendig um diese als identifizierten Feind sicher bekämpfen zu können. 28 Jahre meines Lebens war der Bürger der DDR mir fremder als ein Bewohner der Kalahari, denn die Kalahari würde mich nicht angreifen wollen. Die DDR – so wurde uns gesagt – dann schon viel eher.

Und dann? Was passierte nach 1989, dem Fall der Mauer? Der ehemalige „Feind“ kam in unser Land, bekam Begrüssungsgeld. Viele DDRler zogen um nach Westdeutschland, ich hatte Arbeitskollegen aus der ehemaligen DDR. Heute bin ich mit „Ex-Ossis“ befreundet und wir kommen prima miteinander klar – sind füreinander da und bereichern unser Leben gegenseitig. OK, diese Annäherung hat sehr-sehr viel Geld gekostet, kostet uns noch heute den Solidaritätszuschlag. Aber so what?

Wir lernen: Was uns heute fremd erscheint, kann sich als sehr wertvoll herausstellen, wenn wir dem „fremden“ nur eine Change geben. Schauen wir uns unsere Lebensmittel an: Unsere so heiß geliebte, deutsche Kartoffel – die stammt nicht von hier. Was haben wir alles Fremdes in unser Leben integriert. Man muss den Wert nur erkennen – sich öffnen und seine Befürchtungen ablegen.

Entspannt euch und seid vor allem eines: Neugierig und emphatisch!

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Flüchtlingsgegner sind nicht zwingend Nazis!

Sind Flüchtlingsgegner automatisch Nazis? Ich sage nein! Ich finde es sogar äußerst gefährlich, die Gegner der Aufnahme von Flüchtlingen als Nazis zu bezeichnen. Das ist, als wenn ich sagen würde, jeder Mensch der als Kind Milch getrunken hat, nimmt automatisch Drogen. Denn (fast) alle Drogensüchtigen haben als Kind Milch getrunken. Angst vor dem Unbekannten macht noch keinen Nazi.

Welche Personengruppen sind – mit welchen Argumenten – gegen die Aufnahme von Flüchtlingen:

  • Eigenheimbesitzer in der Nähe von Flüchtlingsunterkünften. Eines derer Argumente ist: Der Wert meiner Immobilie sinkt. Abgesehen davon, dass ein Wert nur in dem Moment der Kaufs/Verkaufs zu bestimmen ist, führt dieses Argument nicht zu dem Klingelschild „Nazi“. Denn diese Person wäre genau so gegen den Bau eines Kinderspielplatzes oder Hospizes in der Nähe. Und einen Hospiz-Gegner würde man nur schwer als Nazi bezeichnen. Es sind Besitzängstler.
  • Hartz-IV Bezieher, Arbeitslose  und Menschen mit Niedrigeinkommen. Hier scheint die vorrangige Argumentation „Die nehmen mir etwas weg und ich habe selbst kaum zum Leben genug“. Hier ist die (unbegründete!) Existenzangst der Antriebsmotor der Ablehnung. Denn Flüchtlinge nehmen diesem Personenkreis nicht wirklich etwas weg. Deutlich mehr wird diesem Personenkreis z.B. von Steuerhinterziehern oder explodierenden Baukosten genommen. Dieser verängstigte Personenkreis ist nicht als Nazi zu bezeichnen. Denn wer – unbegründete – Ängste hat, ist nicht per se ein Nazi. Sonst könnte man auch Menschen mit behandlungsfähiger Angst vor der Farbe GRÜN als Nazi bezeichnen.
  • Menschen mit Angst vor dem Anstieg der Kriminalität. Sicherlich wird es einen statistischen Anstieg von Kriminalität geben. Denn wenn 10% mehr Menschen an einem Ort leben, dann wird es automatisch mehr Straftaten geben. Besonders wenn man bedenkt, dass sowohl auch Asylbetrug als Straftat gilt (die ein Deutscher nur schwerlich begehen kann), als auch dass einige Gegner der Heime Straftaten begehen: Eine sich selbst erfüllende Prophezeiung. Aber macht Angst vor Kriminalität/Gewalt jemanden zum Nazi? Dann wären die Bewohner, die wegen Angst vor Gewalt gegen eine Nazi-Kneipe sind Nazis? Der Gedanke scheint bizarr.

Natürlich gibt es im Kreise der Flüchtlingsgegner auch Nazis. Und diese Nazis spannen (nicht nur) die oben genannten Kreise vor ihren widerwärtigen Karren. Aber es macht noch nicht alle Flüchtlingsgegner zu Nazis – eher sollte man Sie als Flüchtlingsängsliche bezeichnen.

Oftmals ist es wahrscheinlich sogar so, dass der Flüchtlingsängstliche aufhört seinem Kontrahenten zuzuhören, wenn man ihn einen Nazi nennt. Denn er ist sich sicher, ein solcher nicht zu sein. Deshalb sollte man – wenn man Ängste und Befürchtungen argumentativ widerlegen möchte – das Gegenüber nicht zu unrecht verunglimpfen. Wenn mir mein Gegenüber erklärt „Du bist ein Arschloch“ höre ich auf zuzuhören. Denn ich weiss, dass ich vielleicht manchmal krude Ansichten habe, aber bin ich deshalb gleich ein Arschloch? Ruhe und Sachlichkeit und vor allem keine Übertreibungen – egal auf welcher Seite – ist wesentlich konstruktiver als als eine geöffnete Tür zuzuschlagen bevor man auch nur in den Raum hinein gesehen hat.

Wer in einer kontroversen Diskussion seinem argumentativen Gegner beleidigt oder gar angreift hat die Diskussion verloren. Im Internet wurde schon vor 1990 der Begriff „Godwins Law“ geprägt, der aussagt, dass bei einer Diskussion irgendwann der Nazi-Vergleich aufkommen wird. Und weiter heißt es: Wer als erstes den Nazi-Vergleich herauf beschwört hat automatisch verloren.

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Ich bin ein Flüchtlingskind

„Flüchtlinge“ – ein Wort reicht um bemerkenswert große Teile der Bevölkerung in Angst und Schrecken zu versetzen. Aber mal Hand aufs Herz: Wer ist nicht das Kind oder ein Enkelkind eines Flüchtlings – oder hat zumindest in seinem Freundeskreis ein Flüchtlingskind?

Meine Mutter ist zu Kriegsende mit ihrer Mutter von Hamburg in die Nähe von Bremen geflohen. Denn auf dem Bauernhof auf dem sie dort unterkamen gab es – im Gegensatz zu Hamburg – etwas zu essen. Ja, in gewisser Weise war meine Mutter ein Wirtschaftsflüchtling – sie flohen vor dem Hunger.

Die Eltern meiner Frau sind Sudetendeutsche. Sie sind 1945 vor den Russen nach Deutschland geflohen, um dem Arbeitslager oder gar schlimmeren zu entgehen. Sie waren politische Flüchtlinge.

Sowohl meine Mutter als auch die Eltern meiner Frau waren damals ebenfalls nicht in Deutschland willkommen. Wer heute schreibt „Kriegsflüchtlinge waren wenigstens Deutsche“ hat keine Ahnung, wie Deutsche damals mit den Deutschen umgingen. Aber sowohl meine Mutter als auch die Eltern meiner Frau haben es in ihrer neuen Heimat zu etwas gebracht. Sie wurden wertvolle Mitglieder der Gesellschaft, haben sich in ihrer neuen (fremden) Heimat eingelebt und zurecht gefunden. Sind Ingenieure und Lehrer geworden. Haben Kinder in die Welt gesetzt, die heute Steuern zahlen und damit (nicht nur!) die Rentenkassen füllen.

Aus welchen Gründen flüchten Menschen heute nach Deutschland/Europa?

Flucht aus politischen oder religiösen Gründen:

Roma: Roma werden zum Beispiel in Rumänien diskriminiert, vertrieben und unterdrückt. (Amnesty-InternationalWikipediaCicero)

Flüchtlinge aus Tschetschenien: In Tschetschenien werden die Einwohner von russisch geprägten Machtstrukturen drangsaliert. Menschenrechte gelten nicht viel. (Wikipedia, Pro Asyl)

Nigeria: Fast eine Million Kinder ist auf der Flucht vor Boko Haram, die einen Islamistischen Staat aufbauen will. (Tagesschau).

Ich könnte noch viele weitere Beispiele nennen, will mich aber nur auf ein paar Beispiele beschränken.

Flucht vor kriegerischen Handlungen:

Die aktuellen Kriege liste ich hier gar nicht erst auf. Siehe Deutsche Friedensgesellschaft

Flucht vor Hunger:

Die Gretchenfrage: Sollen Wirtschaftsflüchtlinge anerkannt werden? Um diese Frage zu beantworten, kann es hilfreich sein, sich ein wenig Informationen über die Fluchtgründe anzueignen:

  1. Lebensgrundlage Wasser:
    1. Der Schweizer Tagesanzeiger berichtet z.B. über den Nestlé-Konzern  „Ein früherer Gemeinderat aus Bhati Dilwan, dem Standort von Nestlés Wasserabfüllfabrik Sheikhupura in Pakistan, klagt über das dreckige Trinkwasser, das Kinder krank mache. Mit seinem Tiefbrunnen nehme Nestlé der Bevölkerung das Wasser weg. «Jetzt ist unser Wasser sehr dreckig, der Wasserspiegel sank von 100 auf 300 bis 400 Fuss.»“
  2. Lebensgrundlage Nahrung:
    1. Die ZEIT berichtete schon vor drei Jahren darüber, dass europäische Trawler vor Afrika die Meere leer fischen und die Lebensgrundlage der heimischen Fischer zerstören.
    2. Agrarprodukte. Reset z.B. berichtet, wie die billige europäische Landwirtschaft durch Subventionen und billige Massenproduktion dafür sorgt, dass auch die Landwirte in ärmeren Ländern von ihrem eigenen Ertrag nicht mehr leben können: „Übersubventionierte Milch aus der EU landete in Form von Milchpulver zu Dumping-Preisen auf den Weltmärkten und konnte selbst in Burkina Faso um mehr als die Hälfte billiger als die Milch der heimischen Hirten angeboten werden – obgleich Burkina Faso zu den ärmsten Ländern der Welt gehört. Ganz ähnlich verhält es sich mit Mais, Baumwolle, Reis, Fleisch und Weizen. Produkte, die eine zentrale Rolle in der Landwirtschaft des globalen Südens spielen, werden unbeeindruckt zu Dumpingpreisen abgesetzt. Im Senegal ist der Import von tiefgefrorenen Hühnerteilen aus der EU zwischen 1999 und 2003 um das Fünffache angestiegen und hatte die Schließung von 70 Prozent der einheimischen Betriebe zur Folge.“
    3. Exportgut Baumwolle: Die Afrikapost beschreibt, wie die Baumwollsubventionen in den USA die Lebensgrundlage auch der Baumwollfarmen zerstört: „Danach förderten die USA ihre heimische Baumwollproduktion mit Beihilfen und Exportzuschüsse in Höhe von 5 Mrd. US$ (knapp 50% der weltweiten Baumwollsubventionen). Die von USA und der EU subventionierte Überproduktion habe den Weltpreis in 2005 auf unter 0,45 Euro pro Pfund gedrückt. Da afrikanische Produzenten ab einem Pfundpreis von 0,65 Euro jedoch keine Gewinne mehr erzielten, sähen sie sich gezwungen, ihre Anbauflächen zu reduzieren und Einkommensbußen hinzunehmen.“
    4. Viehzucht: Auch was die Versorgung mit Fleisch angeht, entziehen die Industrieländer Afrika die Lebensgrundlage. Zitat ZEIT: „Europäisches Hähnchenfleisch ist in Westafrika so billig, dass die einheimischen Landwirte pleitegehen. Neue Handelsabkommen könnten den Druck verschärfen.“

Obige Beispiele zeigen, dass unser Wohlstand auch auf der Not der sogenannten „Dritten Welt“ basiert. Wir exportieren um Geld zu erwirtschaften, welche die Konzernchefs und Aktionäre reich macht und entweder unsere Arbeitsplätze sichert oder teilweise die Industrie stützt, die für unsere billigen Lebensmittel sorgt.

Die Frage, die sich jeder Mensch stellen sollte ist: Was würde ich tun, wenn ich in meiner Heimat nicht mehr sicher wäre? Wenn meine Sorge nicht die wäre: Wie wird das Wetter heute, oder wohin fahre ich in den Urlaub, sondern: Wie entkomme ich dem Hunger, Durst oder Krieg?

Die Generation unserer Eltern ist geflüchtet – und ich würde es ganz sicher auch tun. Warum also tun wir uns so schwer, Verständnis für Menschen aufzubringen, deren Not unserem Wohlstand geschuldet ist?

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Warum Deutschland in Europa vorsichtiger auftreten sollte

Als alter Mann[TM] erinnere ich mich nicht nur an Willy Brandts Kniefall (welcher gut und nötig war, für das Bild Deutschlands in Europa und der Welt) sondern vor allem an die schwierige Situation vor der Unterzeichnung der 2+4 Verträge. Unsere europäischen Nachbarn hatten massive Befürchtungen, was ein zu starkes Deutschland angeht. Schließlich hatte ein (zu) starkes Deutschland innerhalb kürzester Zeit zwei Weltkriege (mit) initiiert. OK, ursächlich wurde der erste [hier stand vorher zweiter – mein Fehler – Danke an Jinx] Weltkrieg durch Österreich-Ungarn ausgelöst. Aber Deutschland hat nicht lange gefackelt und lief HURRA schreiend und Wimpelchen schwenkend an die Front.

Nun, in Zeiten der Ausläufer der Bankenkrise (Investmentkrise?) stehen Europa schwere Zeiten bevor. Die einig-Front der Verantwortlichen bröckelt:

  • Spanien sieht den Griechenland-Deal als deutsches Diktat.
  • England will sowieso nicht zahlen. Die stehen nur hinter Europa, wenn sie davon profitieren.
  • Die Beziehung zu Frankreich ist belastet
  • etc. pp. was nicht unbedingt groß in den Medien gebracht wird.

Die Beziehungen zu Deutschland und die europäische Einigkeit ist belastet – Dank Schäubles und Merkels hartem Kurs. Schäuble wollte sich unbedingt durchsetzen. Schäuble erklärt Deutschland zur stärksten Macht in Europa, denn Deutschland hat – mit Abstand das größte Bruttosozialprodukt (in 2013 Deutschland:2.737 Billionen Euro, Frankreich:2.059 Billionen Euro).

Was macht man, wenn man „der Grösste“ ist? Entweder man bläht sich auf, oder aber man nutzt seine Kraft um den Schwächeren zu helfen: „Aus großer Macht folgt große Verantwortung“

Was hat obiges mit den 2+4 Verträgen zu tun? Dazu möchte ich einige Zeilen von der Webseite der Bundeszentrale für politische Bildung zitieren, der man sicherlich nicht unterstellen kann, dass sie „gegen“ die aktuelle Regierung argumentiert. Vielleicht hätten Frau Merkel und Herr Schäuble diese Seiten auch einmal lesen sollen. Denn die 2+4 Verträge konnten nur realisiert werden, weil nicht nur Russland und die USA Deutschland unterstützten sondern auch unsere europäischen Nachbarn beruhigt wurden, die massive Bedenken wegen eines zu starken Deutschlands hatten.

Gegenüber Bundesaußenminister Genscher äußerte er[François Mitterrand ], ein wiedervereinigtes Deutschland „als eine eigenständige Macht, unkontrolliert“, sei unerträglich für Europa; es dürfe niemals wieder eine Situation eintreten wie 1913, vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges.

Der frühere französische Außenminister Jean François-Poncet brachte die Bedenken in Frankreich und anderen europäischen Ländern auf den Punkt: Geschichtliche Belastungen und die Sorge vor Deutschlands aktueller Wirtschaftsmacht verschmolzen zu der Vorstellung einer Bedrohung, die eine Vereinigung der Deutschen als eine Gefährdung von Ordnung und Frieden in Europa erscheinen ließ.

In der Tradition klassischen britischen Gleichgewichtsdenkens hielt sie [die britische Premierministerin Margaret Thatcher]ein geeintes, starkes Deutschland für eine ernsthafte Herausforderung der seit dem Zweiten Weltkrieg erreichten Stabilität – nicht, wie früher, im militärischen Sinne, sondern aufgrund der Stärke der deutschen Wirtschaft, die durch die Einbindung in die Europäische Gemeinschaft noch vergrößert werde.

Als Lösung sollte sich Deutschland stärker in Europa eingebunden(!) werden.

Und welche Situation haben wir jetzt? Knapp 25 Jahre nach der Unterzeichnung der 2+4 Verträge? Deutschland lässt in Europa die Muskeln spielen. Ist – wie gewohnt – kein Teamplayer und düpiert seine Nachbarn, indem es versucht den Ton anzugeben. Schäuble war 1990 zwar „nur“ Bundesminister des Innern, sollte aber mitbekommen haben, welch schwierige Situation zu meistern war. All das ist vergessen. Vergessen um Deutschland wieder zum Sieg zu führen? In einem Krieg in dem Kapital die Massenvernichtungswaffe ist.

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Wirtschafts- vs. konventioneller Krieg

Kriege dienen seit Ewigkeiten der Vergrößerung des Einflusses oder dem Zugriff auf Ressourcen. Lange ist es her, dass ein Krieg wegen einer verschmähten Liebe oder eines persönlichen Disputes geführt wurde.

Konventionelle aber auch Wirtschaftskriege nutzen unterschiedliche „Waffen“,  auch wenn sie in der Wirkung ähnlich sind – geändert hat sich nur die Reihenfolge des Einsatzes:

  • Artillerie oder Presse sollen mit ihrem Dauerfeuer den Feind zermürben und sturmreif schießen und die eigenen Kämpfer vor Feindeinwirkung schützen.
  • Partisanen oder Investoren kämpfen meist unerkannt hinter feindlichen Linien.
  • Der Generalstab oder die Manager geben die Stoßrichtung und zu bekämpfende Ziele vor.
  • Die Panzertruppe/Infanterie/Kavallerie oder Politiker werden nach Links und Rechts geschoben um strategische Vorteile zu gewinnen.
  • Der Herrscher oder die Finanzinstitute koordinieren die Angriffe, gewinnen an Einfluss und teilen die Beute auf.
  • Die Bevölkerung ist die einzige Konstante geblieben: Auf ihrem Rücken werden die Kämpfe ausgetragen.

War es früher so, dass erst die Artillerie zu Beginn der Schlacht die Stellungen kurz und klein schoss, so sind es heute die Investoren die hinter den Linien mit strategischen Nadelstiche die große Schlacht einleiten. Erst wenn das Opfer den Angriff bemerkt, wird die Artillerie aktiviert: Die Presse bringt ihre Druckmaschinen in Stellung und beginnt das Trommelfeuer der Propaganda. Unter der Deckung der Medien bringen sich die Politiker in öffentlichkeitswirksame Stellung um aus sicherer Deckung den eigentlichen Angriff durchzuführen.

Ist der Sieg eingefahren, lässt sich der Herrscher feiern und streicht seinen Gewinn ein. Die Bodentruppen und Politiker bekommen Orden/Beförderungen oder Parteispenden, während die Bevölkerung zwischen den Trümmern umherirrt.

Ähnlichkeiten mit derzeit stattfindenden kriegerischen Akten sind nicht zufällig.

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